Montag, 16. März 2009

Mehrzahl von Mehrzahl = Mehrzahlen, klar?

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Viele Substantive (Hautwörter) haben eben keine Mehrzahl, oder die Germanenkrankheit "pluralitis cervicalis"


Die Pluralitis grassiert. Je abstrakter, je blasser ein Substantiv, desto eher wird es mit ihr infiziert: Bezüge, Realitäten, Verhältnisse, Zustände, Zwänge. In der Sprache der Kulturkritik und nur da trifft die Krankheit immer wieder auch Begriffe, die eigentlich gar keinen Plural haben können, weil es das Ding nur einmal gibt (die Elektrizitäten) oder weil das betreffende Wort so abstrakt ist, dass es alle seine konkreten Varianten bereits enthält (die Flexibilitäten). "Der Film liefert Konflikte und Surrealitäten." "Die scheinbaren Stabilitäten der sechziger Jahre ..." "Hier treffen deutsch-deutsche Befindlichkeiten, Sensibilitäten und auch Ängste aufeinander. Allein das letzte Feuilleton wartete auf mit: zwei Autismen, den Verfettungen des Genres (Rockmusik), knirschenden Verwerfungen dieses Jahrhunderts, den Psychopathologien politischer Befangenheiten sowie Problemkontinuitäten. Die Logik der Pluralitis ist wohl schlicht die Hoffnung, dass vielleicht die Mehrzahl aus einem blassen Begriff ... Nein, sie macht daraus einen noch blasseren.

Weitere Beispiel:

  • Herr Mehdorn, Vorsitzender der DB AG sprach an einer Eisenbahntagung von den Verkehren.
  • Firmen haben sich auf Hauswartungen spezialisiert.
  • Sprachliche Fragen zur Mehrzahl unter dem Titel: "Stimmen diese Mehrzahlen?"
  • Die Planungen der Aktivitäten waren nicht soweit gediehen, dass über die Einflüsse auf Klimen (extrafalsch) und Naturen Ausagen gemacht werden können ..........

Wenn man die Hauswartungen mit vielen Reinigungen angeht, so müssen die Sauberkeiten ins Auge springen!


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